Archiv für Februar 2019

Ein Platz für die Gingolds – Symbolische Platzbenennung am Samstag, 9. März 2019 um 15.00 Uhr in Frankfurt-Niederrad

Zusammen mit vielen Frankfurter Bürgerinnen und Bürgern ist auch das Wiesbadener Bündnis gegen Rechts dafür, den kleinen Platz Neuwiesenstraße / Ecke Reichsforststraße in Frankfurt-Niederrad nach Ettie und Peter Gingold zu benennen.
Beide wohnten bis zum Ende ihres Lebens in der Reichsforststraße. Sie gehören zu den Menschen, die sich unter Einsatz ihres Lebens dem Hitlerfaschismus entgegengestellt haben. Damit sind sie ein Vorbild.

Die symbolische Platzbenennung zum Gedenken an Ettie und Peter Gingold ist am
Samstag, 9. März 2019
um 15.00 Uhr
in Frankfurt-Niederrad, Neuwiesenstraße/Reichsforststraße

Als Sohn jüdischer Eltern und junger Kommunist war Peter Gingold bald nach Beginn der Naziherrschaft zur Flucht gezwungen. Er folgte Ende 1933 seiner Familie ins Exil nach Paris. Nach der Besetzung Frankreichs durch die deutsche Wehrmacht schlossen sich Peter Gingold und seine Frau Ettie der Widerstandsbewegung Resistance an, um an der Befreiung vom Faschismus mitzuwirken.
Nach 1945 in Frankfurt-Niederrad lebend, engagierten sie sich ihr Leben lang unermüdlich gegen jede Art von Menschenfeindlichkeit, Rassismus, Antisemitismus und Neofaschismus.
Die Stadt Frankfurt am Main würdigte ihr antifaschistisches Engagement mit der Verleihung der Johanna-Kirchner-Medaille.
Wir halten es für angebracht, diesen Platz nach den Gingolds zu benennen.

In Würdigung ihrer Leistungen als Widerstandskämpfer
gegen das NS-Regime und als Aufklärer gegen
Nationalismus, Menschenfeindlichkeit und Antisemitismus.

Zur Mahnung an die heute und morgen hier Lebenden,
jederzeit und überall für Menschlichkeit,
Frieden und Demokratie einzutreten.

Damit sich Verhältnisse wie zur Zeit
der Naziherrschaft niemals wiederholen.

Ettie-und-Peter-Gingold-Erinnerungsinitiative

Braune Umtriebe in gelben Westen

Für Samstag, den 9. Februar hat sich wieder die Gruppe „WirSindVielMehr“ angekündigt. Ab 13 Uhr, wieder mit gelben Westen und wieder am Hauptbahnhof….

Was wir davon halten haben wir mal in Stichpunkten zusammengefasst:

Braune Umtriebe in gelben Westen

AUSSENWIRKUNG
- imitieren soziale Massenbewegung der Gelbwesten aus Frankreich
- Bestimmung des Demobildes mit einheitlichen Schildern wie: „Nicht links gegen rechts- nicht rechts gegen links“
- Auftreten der Wiesbadener „WirSindVielMehr“ Gruppe nach außen hin als “unpolitisch“
- Hinweis für Demoteilnehmer: keine Wirmer Flaggen, Hakenkreuze und sonstige Dinge, die rechts gedeutet werden können.

PRÄGENDE PERSONEN
- Öffentliches Auftreten mit Rechtsradikalen und -populisten
- Demonstrationen werden beworben und teilweise besucht von
o Internetblogger und Faschist Henryk Stoeckl
o rassistische Wiesbadener „Hand in Hand“-Bündnis (aufgefallen durch uniformierte Bürgerwehr, Instrumentalisierung der in Wiesbaden ermordeten Susanna)
- AfD bewirbt mittlerweile die Veranstaltung öffentlich

- Personelle Überschneidungen mit
o Selbstdarsteller des „Frauenbündnis Kandel“ Marco Kurz
o Veranstalter „Merkel muss weg“-Demos Mainz, „Patrioten NRW“
o Robert Vogelmann von der „Leine des Grauens“
o Nikolai Nerling, „Volkslehrer“ und Holocaustleugner – Videoaufrufe vom Kanal „Abendland Hessen“, der auf YouTube auch ein Video des Nazirappers Chris Ares hochgeladen hat.

INHALT
- soziale Gerechtigkeit, Altersarmut, Rente, Dieselfahrverbote und Mindestlohn
- „Wir werden ausgesaugt […] für die Umsetzung der Flüchtlingspolitik […].“
- „Überall glänzt Deutschland mit seiner Großzügigkeit, nur nicht beim eigenen Volk.“
- „Sofortiger Ausstieg aus dem Migrationspakt!“
- „Sofortige Abschiebung von Gefährdern und straffälligen Asylanten!“
- Holocaustrelativierung, AfD Beiträge, Bild von A. Merkel in SS-Uniform mit Davidstern, Witze über Lynchmord an Politikern (aus einer geschlossenen FB-Gruppe)


Die „WirSindVielMehr“-Demos zeigen sich als Sammelbecken für Rechte und Rechtsoffene, was nicht mehr geleugnet werden kann! Auch trägt die Presse, insbesondere der Wiesbadener Kurier, eine Verantwortung zur gewissenhaften und sachlichen Aufklärung!

Informiert euch, informiert andere, lasst den Rechtsruck nicht zu!

Eine gute Recherche zu den Gelben Westen in Wiesbaden hat die Recherchegruppe Wiesbaden und Umgebung auf ihrem Blog veröffentlicht.